Lehrveranstaltung im WS 2010 am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien

170133 UE Staged photography. Das Theatralische in der zeitgenössischen Fotografie
2 Stunde(n), 5,0 ECTS credits
Online-Anmeldung
Beschränkte Teilnehmerzahl, max. 70

Termine:
Fr 8. Oktober 9-13 Uhr Einführung + Referatsvergabe
Fr 21. Jänner 2011 9-13 Block
Sa 22. und So 23. Jänner 2011 jeweils von 10-18 Uhr im Block

Inhalt:
Die Inszenierung ist seit jeher Bestandteil des dem fotografischen Mediums. In der Frühzeit der Fotografie war es einerseits die technische Notwendigkeit der Langzeitbelichtung, die ein statisches Verharren und Posieren notwendig machte. Andererseits wollten die Abgebildeten bestimmten Repräsenationsmodellen entsprechen, die vom Studiofotografen geschickt in Szene gesetzt wurden. Requisiten und Bühnenbilder gehören etwa in Afrika und Teilen Asiens heute noch zur Standardausstattung jedes Fotostudios. Auch die Nachbehandlung in der Dunkelkammer wurde und wird (heutzutage insbesondere in der digitalen Fotografie) zur Erzeugung eines szenischen Bildaufbaus genutzt.
Mit der Erfindung der kompakten Kleinbildkamera rückte das dokumentarische Moment in den Vordergrund. Jedoch sind auch bei diesen „Schnappschüssen“ die Komposition und narrative Inszenierung ausschlaggebend für die Qualität der Arbeit. Das Theatralische ist besonders in der zeitgenössichen Fotografie seit den neunziger Jahren zu finden. Cindy Shermans Arbeiten etwa sind das Ergebnis einer Selbstdarstellung in verschiedenen Rollen, Jeff Walls Fotografien basieren auf einer penibelsten Inszenierung und Gregory Crewdsons Grossformate werden auf Filmsets aufgenommen. Auch die zeitgenössische chinesische und lateinamerikanische Fotografie arbeitet vorzugsweise mit dem theatralischen Element und dem Prinzip des Tableau vivant.
Die Lehrveranstaltung widmet sich der Definition und Analyse der Staged Photography und versucht, den Begriff des Theatralischen in der Sprache der zeitgenössischen Fotografie zu fassen.

Aufbau:
Die vielfältigen Möglichkeiten in der Auseinandersetzung mit dem Theatralischen in der Fotografie werden an ausgewählten Beispielen erarbeitet.
Die Vermittlung des Inhalts erfolgt in einem theoretischen Block in Vortragsform, in Gruppenarbeiten und studentischen Referaten. Behandelt werden insbesondere die Künstler Jeff Wall, Roger Ballen, Cindy Sherman, Gregory Crewdson, Wang Qingsong, Nelson Garrido und Marcos López.

Kurzbibliografie:
Jones, A., “Beneath this Mask, Another Mask”, Self Image. Technology, Representation and the Contemporary Suject , Londres y Nueva York, 2006.
Chevrier, Jean-François, Spiel, Drama, Rätsel, in: Jeff Wall, Space and Vision, Hrsg. v. Helmut Friedel, mit Texten von Jean-François Chevrier, München, 1998.
Coleman, A. D., Inszenierende Fotografie. Annäherung an eine Definition (1976), in: Theorie der Fotografie III 1945-1980, Hrsg. v. Wolfgang Kemp, München, 1999.
Walter, Christine, Bilder erzählen ! Positionen inszenierter Fotografie: Eileen Cowin, Jeff Wall, Cindy Sherman, Anna Gaskell, Sharon Lockhart, Tracey Moffatt, Sam Taylor-Wood (Diss.), Weimar, 2002.
Honnef, Klaus, Simulierte Wirklichkeit – Inszenierte Fotografie, Bemerkungen zur Paradoxie der Fotografischen Bilder in der Modernen Konsumgesellschaft, in: Kunstforum International, Bd. 83 Mai 86, S. 89.

http://online.univie.ac.at/vlvz?pkey=30085&semester=current

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